Gegen die Hitze und den Abwärtstrend

 

Bei einer schönen Sommerhitze fanden sich der FC und die Eintracht beim Nachholspiel auf dem Schimmelsheider Platz ein. Optimale Bedingungen waren es heute nicht, aber das Leben ist ja kein Wunschkonzert. Die „Fanbase“ nahm am Seitenrand Platz, genauso wie unsere Auswechselspieler. Markus R. musste ebenfalls verletzt passen, war aber dabei, um die Jungs anzufeuern. Wer kennt es nicht? Wenn er in seinem Redefluss ist, dabei permanent andere anspricht, diese motiviert und ihnen Anweisungen gibt. Zur Not haben wir ja auch noch unseren Coach, der sich übrigens als Auswechselspieler bereithielt.

Sascha führte das Team als Captain aufs Feld und musste sich dem Gegner bei der Platzwahl geschlagen geben. Kevin rutschte nach seiner Verletzung wieder in die Abwehrreihe und Sven H. beehrte mal wieder das Mittelfeld als Sechser. Nicht nur das hatte sich verändert, auch Hendrik und unser Hobbysoldat aka HolziHolz war wieder zur Stelle und sollte auch wieder seine ganze Robustheit präsentieren. Das Spiel ging dann auch los und wir spielten direkt mit breiter Brust und hatten viel Ballbesitz. Im Gegensatz zu den vergangenen Spielen konnten wir uns überwiegend in der Hälfte des Gegners festsetzen. Gute Laufwege, viel Kommunikation und ein getreues Positionsspiel war der Weg, der immer öfter vor das Tor von Mengede führte. Die Eintracht konnte sich selten befreien und wenn es gefährlich wurde, beruhigte die Abwehrreihe um Kevin die Lage schnell. Auch die beiden Sechser, Sascha und Sven, haben ihre Rolle stark ausgeführt. Hendrik, der als Achter eingesetzt wurde, war heute viel ballsicherer und konnte die Bälle gut weiterleiten und abfangen. Auch Sven verstand es diesmal die defensiven Räume zu schließen und die Männer besser zu zustellen. Es wurde daher zunehmend schwerer sich durch unsere Abwehrreihe zu kombinieren. Unsere Flügelspieler konnten sich immer wieder durchtanken und hatten dadurch viele Flankengelegenheiten, die jedoch bis dato nicht richtig genutzt wurden. Die erste gute Chance hatte Dustin. In Verbindung mit unserem Mittelfeld wurde er auf der linken Außenbahn geschickt. Dadurch konnte er mit seinen dünnen Holzstelzen bis in den Strafraum durchsprinten. Am Ende hatte er nur noch den Torhüter vor sich, doch sein Schuss war ein Witz und es scheiterte kläglich an seinem Unvermögen. Der Ball ging einen Kilometer drüber und nach links. Das Ding kann und muss man machen! Das wäre aber auch zu viel gewesen. Kaum ist er wieder, da schießt er ein Tor. Das ist so unglaubwürdig, wie das Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft in der Vorrunde.
Nun kam es zur Abwechslung mal zu einer Großchance für Mengede. Ein langer Ball ging über die Abwehrreihe des FCs und fand den Stürmer der Eintracht. Dieser hatte nun freie Fahrt aufs Tor von Marco. Der war sich aber ziemlich sicher, dass eine Abseitsposition vorlag. Doch da sollte er sich täuschen. Denn Dustin meinte sich hinten auszuruhen zu müssen anstatt mit den restlichen Leuten rauszurücken. Deswegen hob er das Abseits auf. Als der Keeper das endlich checkte, kam er sofort aus dem Kasten raus, was eigentlich schon zu spät war. Der Stürmer war jedoch nicht abgezockt genug und schoss das Leder in die Wolken- Glück gehabt. Marco sollte auch später noch ein paar Wackler haben, aber alles zu seiner Zeit. Zunächst gab es wieder einen klassischen Dustin Moment. Er konnte sich erneut in einem Sprintduell durchsetzen, doch am Ende behauptete der Gegner die Pille. Dustin blieb am Boden liegen und musste ausgewechselt werden. Angeblich bekam er den Ellenbogen des Gegenspielers in die Rippen. Doch jeder weiß schon, dass ein Fingertippen gereicht hätte, um ihn zu Fall zu bringen? Unser Coach wechselte sich selbst ein und jeder fragte sich: wann müssen wir ihn vom Feld tragen? Denn auch der Coach ist alles andere als fit und robust, aber ersetzte Dustin 1 zu 1. In der 21. Spielminute wurde der Aufwand endlich belohnt. Eine gute Kombination schickte Phil auf die Reise, der den Ball dann an den Abwehrspieler verlor. Er setzte jedoch nach und passte zu Marcel, der direkt an den weiter laufenden Phil zurückspielte. Frei vor dem Tor wählte er den Schuss, aber der Keeper kam noch mit seinem Fuß dran. Der Ball senkte sich jedoch hinter dem Torhüter. Deswegen setzte Phil nach und verwandelte zum 1:0. Es war bis dato mehr als verdient, denn der FC hatte mehr vom Spiel und auch die besseren Chancen. Es blieb aber wie schon in der ganzen Saison: Wir benötigen zu viele Chancen, um ein Tor zu erzielen! Das sollte sich heute wieder zeigen. Die nächsten guten Situationen gehörten dann Mengede, wobei eine von Marco begünstigt wurde. Ein langer Ball in den Strafraum suchte seinen Abnehmer. Der Keeper vom FC stürmte heraus, um den Ball zu sichern, doch das konnte er nicht. Der Ball sprang aus den Armen und sprang in Richtung des gegnerischen Spielers. Dieser hatte nun das leere Tor vor sich. Doch die Abwehr war heute auf Zack und konnte das Leder gerade noch aus dem Strafraum klären. Da sah Marco nicht so gut aus. Es war ein relativ ruhiges Spiel für ihn. Sein Angstgegner war eher die Sonne. Diese toastete ihn und lies die Konzentration schwinden. Auch die Jungs auf dem Platz wurden zum Ende hin schwächer. Die beste Chance hatte Mengede nach einem Distanzschuss. Die Zuordnung hatte diesmal nicht gepasst, sodass der Stürmer ein kleines Zeitfenster und den benötigten Platz hatte. Er fackelte nicht lang und schoss den Ball auf den Kasten von Marco. Der gute Schuss war auf dem Weg ins Netz, doch der Keeper zeigte eine gute Parade und machte sich lang, um den Ball zu klären. Steinert wehrte den Ball nach links ab, wo ihn Kevin noch vor dem Stürmer klären konnte. Die letzte erwähnenswerte Situation hatte dann Phil. Nach einer guten Kombination wurde er abermals auf die Reise geschickt. Wieder stand das Duell gegen den Keeper an. Dieser war diesmal spät aus dem Kasten gekommen, ging sehr ungestüm zum Ball und erwischte eher Phil als die Pille. Phil, der wie Neymar auch gerne den Oscar gewinnen würde, nahm den Kontakt an. Er lief aber noch zwei Schritte weiter und fiel so theatralisch hin, dass sogar noch Neymar was von ihm lernen konnte. Es war die beste Showeinlage seitdem Jack mit der Titanic unterging. Das sah der Schiri als auch das ganze Team ebenso und deswegen verweigerte er den Strafstoß. Das war´s dann auch mit der ersten Halbzeit.

In der Halbzeit wurde nicht viel gesprochen. Man sollte die Zeit nutzen, um sich auszuruhen und um zu trinken. Wir wussten, dass wir den Deckel draufmachen können, wenn wir das 2:0 erzielen. Über 30 Minuten stand und bewegte man sich sehr gut, aber zum Ende hin wurde es wieder weniger. Die zweite Halbzeit begann dann wieder mit mehr Spielanteilen für die Truppe von Coach Striemann. Es wurde nun ein wenig ruppiger und die Option der Fouls wurde immer mehr gewählt. Mengede suchte einen deutlich robusteren Weg als zuvor. So erwischte es, Sascha, Gisela, Kevin und auch Karsten, aber dazu später mehr. Erst einmal ging es wieder nur auf den Kasten von Mengede. Die Phase bot laufend Chancen für den FC, der die Dinger aber einfach nicht machte. So konnten sich Basti und Niklas über links außen durchkombinieren, aber der Abschluss / der letzte Pass kam nicht an oder war zu harmlos. Sven H. versuchte sich ebenfalls mit einem Distanzschuss, dieser landete aber in Castrop. Die besten Chancen hatte der eingewechselte Dirk. Ein schneller Spielzug durch das Mittelfeld setzte Sascha rechts außen in Szene. Dieser lief seinem Gegner davon und setzt mit einen Traumpass den lauernden Dirk ein. Dirk hatte dann nur noch den Keeper vor sich und schoss Richtung langer Pfosten. Leider erwischte er diesen auch, sodass der Ball zurück in den Strafraum prallte. Marcel war für den Nachschuss einen Schritt zu langsam wodurch es beim1:0 blieb. Es sollte nicht lange dauern und Dirk bekam seine zweite Chance. Wieder kombinierten wir uns schnell und stark durch die Abwehrreihe. Am Ende stand Dirk erneut im Duell mit dem Torhüter. Dirks Abschluss war leider sehr schwach und der Keeper hielt die Eintracht am Leben. Das waren zwei hundertprozentige Chancen, die der Stürmer da liegen ließ.  Von Mengede kam aus dem Spiel nichts Zwingendes. Zum Ende bekamen sie immer mehr Standards. Blöde Fouls verursachten immer öfters Freistöße. Auch das Eckenverhältnis stand zu Gunsten der Gäste. Diese konnten aber durch die Abwehr und dem Torhüter abgewehrt werden. Sonstige Angriffe wurden abgelaufen oder durch Steinert verhindert. Einige Strafraumsituationen nutzte der Gegner, um Elfmeter zu reklamieren und das so extrem, dass es eine gelbe Karte hagelte. Kevin und Gisela bekamen auch ordentlich auf die Knochen / Gesicht. Kevins gut gepolstertes Gesicht konnte die Schäden jedoch eindämmen und Gisi zeigte sich als guter Schauspieler, um für den Gegner Karten zu sammeln. Man kennt ihn ja als quasselnde und deeskalierende Person, aber auf dem Spielfeld war da nicht von viel zu sehen. Die letzte gute Chance für den FC hatte Kevin. Nach einem Foul in der eigenen Hälfte stand er bereit, um den Freistoß zu treten. Er zimmerte die Pocke direkt auf Tor und der Ball wurde länger und länger. Der gegnerische Keeper war erst rausgerückt und erkannte dann, dass er den Rückwärtsgang reinkloppen muss. Der Ball senkte sich genau an die Latte, wo der Keeper noch gerade seine Finger dazwischen bekam und den Ball klärte. Die Abwehr entschärfte dann die Situation. Das wäre schon ein sehenswertes Tor geworden, aber es sollte für Kevin einfach nicht funktionieren. In der 78. Spielminute wurde dann Karsten übel gefoult und musste raus. Auf dem Weg zur Außenlinie kassierte er dann noch eine gelbe Karte, weil er nur nette Worte für seinen Gegenspieler übrig hatte. Das war die zweite gelbe für den FC. Die erste kassierte im übrigen Julian, der zu früh auf den Platz rannte, weil er das Einwechseln nicht verstand. In der 90. Spielminute musste Karsten wieder zurück, weil das passierte, was alle erwartet hatten. Gisela hatte sich verletzt und konnte nur noch vom Platz humpeln. Bei einer Balleroberung im eigenen Strafraum wollte er zum Sprint ansetzen und den Gegenspieler umkurven.  Wie das so bei alten Enten ist, watschelte er eher und ließ federn. Er zeigte sofort an, dass es nicht mehr geht und wusste dank Doktor Google, dass es ein Muskelfaserriss ist. Was würden wir nur ohne Google machen?
Die letzte Aktion hatte dann Mengede. Eine vielversprechende Freistoßposition war die letzte Möglichkeit zum Ausgleich. Die Mauer stand und der Schütze versuchte den Ball um die Mauer zu schießen, doch es fehlten ein paar Zentimeter. Somit gewann der FC sein Nachholspiel. 
Es hätte auch weniger spannend laufen können, aber die Chancenauswertung ist und bleibt ein Thema.

Alles in allem ein verdienter Sieg. Viele Dinge liefen besser wodurch wir über weite Strecken ein gutes Spiel abliefern konnten. Die Kommunikation der Leute, gerade um Kevin und der Abwehrreihe, war sehr gut. Auch Sven H. hatte mit seinem positionsgetreuen Spiel viel Arbeit vermieden. Der Captain spulte auch eine ordentliche Laufleistung ab und war überall zu finden und unterstütze seine Leute. Die Laufarbeit der Außen war ebenfalls intensiv und wichtig, um die Abwehr zu unterstützen. Es gibt nicht viel zu beanstanden, hauptsächlich die Chancenverwertung und die kleinen Leistungseinbrüche zum Ende jeder Halbzeit. Gerade bei einer knappen Führung kann das nach hinten losgehen. Man darf den Sieg auch nicht überbewerten, da Mengede noch eine andere Spielphilosophie hat wie z.B.: Brassert, Grullbad oder König Ludwig. Die Spiele sind mit mehr Pressing und Laufbereitschaft verbunden. Wir können trotzdem zufrieden sein und darauf aufbauen. Jetzt geht es erst einmal in die Sommerpause. Das nächste Spiel findet am 19.08.2018 gegen SG König Ludwig statt. Hier haben wir dann die Chance unser Hinspiel zu korrigieren.

Das soll es von mir gewesen sein. Macht‘s gut und bis zum nächsten Mal, euer Marco.

Hakuna Matata

 

Bester Spieler

 

Verfasser: Marco Steinert
Fotos: Sarah Striemann

   
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